Der Bahnhof Altona - die Geschichte einer Berühmtheit

Kaufleute aus Hamburg und Kiel gründeten im Dezember 1840 die „Altona-Kieler Eisenbahn Gesellschaft AG“ und versprachen sich durch diese Verkehrsanbindung von Nord- und Ostsee bessere Absatzmöglichkeiten ihrer Waren. Als südlicher Endpunkt dieser Eisenbahn erhielt der in Altona und nahe dem Elbhafen errichtete Endbahnhof herausragende Bedeutung. Altona erhielt sogar eine eigene Eisenbahn-Direktion.

Seit 1844 ist der Bahnhof Altona ein Begriff und ein Bahnhof, der für die Hafenstadt von großer wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung ist.  Zuerst war er Hauptbahnhof der „Christian VIII.-Bahn von Altona nach Kiel“.  1895 zog er erstmalig um in einen Neubau - 500 m weiter nördlich.

Anfang der 1970er Jahre wurde das historische Gebäude, welches im neogotischen Stil erbaut war, durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt, um den Einbau einer S-Bahn-Verbindung ermöglichen zu können. Mittlerweile ist die über 100 Jahre alte Kopfbahnhofanlage aber den Anforderungen, die bis zu 130.000 Reisende pro Tag stellen, nicht mehr gewachsen. Deshalb wird der Fernbahnhof in den Norden Altonas nach Diebsteich verlegt. Der S-Bahnhof Altona am bisherigen Standort bleibt bestehen und wird saniert.

Erster Bahnhof von 1844

Der erste Bahnhof der Stadt Altona wurde 1844 direkt oberhalb des steilen Geestrückens zur Elbe am westlichen Stadtrand errichtet. Altonas damaliger Bürgermeister Caspar Behn ließ parallel zur Längsachse des Bahnhofes ergänzend die Bahnhofstraße (heute Max-Brauer-Allee) anlegen. In den 1880er Jahren nahm der Eisenbahnverkehr zu und machte eine Erweiterung des Bahnhofs nötig. Inzwischen hatte jedoch die Bebauung in Altona und Ottensen stark zugenommen und verhinderte weitere Erweiterungen. Deshalb beschloss man, den Bahnhof etwa 500 m weiter nördlich neu und größer zu errichten. Auf dem freigewordenen Bahngelände zwischen altem und neuem Bahnhof entstand eine große Grünanlage mit seitlichen Hauptverkehrsstraßen, dem damaligen „Kaiserplatz“ und heutigen Platz der Republik. An seinen Seiten wuchs in den folgenden Jahren mit zahlreichen repräsentativen Bauten eine großzügige neue Stadtachse. Aus dem im klassizistischen Stil errichteten, alten Bahnhofsgebäude entstand zwischen 1896 bis 1898 das neue Altonaer Rathaus als quadratisch gestalteter, prachtvoller Verwaltungsbau. Vor das neue Rathaus platzierte man ein Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal. Das Gebäude ist heute Sitz des Bezirksamtes Altona.

Zweiter Bahnhof von 1898

Damit der Eisenbahnverkehr weiter laufen konnte, wurde der neue Bahnhof parallel zur Stilllegung des alten in mehreren Phasen von 1893 bis 1898 errichtet. Eine Beibehaltung des Kopfbahnhofbetriebs war seinerzeit selbstverständlich, da im Dampflokbetrieb ein Lokwechsel unumgänglich war. Als die Stadt Altona 1938 durch das Groß-Hamburg Gesetz in Hamburg eingemeindet wurde, erhielt der Altonaer Hauptbahnhof den Namen Bahnhof Hamburg-Altona. Im 2. Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer beschädigt, jedoch in den 1950er Jahren in gleicher Form wieder aufgebaut. Auch der Waren- und Personenverkehr fand in dieser Zeit immer noch im Dampflokomotivbetrieb statt.

Dritter Bahnhof von 1979

Für die am 1. April 1979 in Betrieb gehende unterirdische City-S-Bahn zum Hamburger Hauptbahnhof entstand eine neue viergleisige Tunnelstation. Das im neogotischen Gründerzeitstil erbaute Empfangsgebäude aus Backstein musste einem damals modernen, zweistöckigen Betonbau weichen, an den sich südöstlich das Kaufhof-Gebäude anschloss. Grund für den Neubau war, dass angenommen wurde, dass das alte Bahnhofsgebäude den Erschütterungen beim Bau der City-S-Bahn vermutlich nicht hätte standhalten können.

Bahnhofserweiterung von 2000

Im Jahre 2000 wurden im Altonaer Rathaus Pläne für den Bau eines neuen Empfangsgebäudes als heller Glaspalast vorgestellt. Dieser Plan wurde jedoch nicht Wirklichkeit. Der Bahnhof wurde an der Schell-Plessen-Straße mit einem Parkhaus ergänzt, dass auf dem Platz der ehemaligen Gepäckaufbewahrung errichtet wurde.

Bahnhofssanierung von 2005

Nach dem Auszug des Kaufhofes wurde der Komplex bis ins Frühjahr 2006 zum Shopping Center umfangreich umgebaut. Auf der östlichen Seite befindet sich nun das neu errichtete InterCityHotel Hamburg-Altona. Der alte „Hafenbahntunnel“, die sogenannte „Schellfischbahn“, wurde später saniert und erhielt neue Zugangspforten.

Umbauarbeiten im Bahnhof Hamburg-Altona abgeschlossen

Während des im Januar 2014 begonnenen Umbaus wurde die im Jahr 1979 errichtete Zwischenebene komplett entkernt. Durch die Erneuerung von Boden, Wänden und Decken entstanden neue Verkehrswege und zusätzliche Flächen für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen. Der gesamte Bereich wurde kundengerecht gestaltet und großzügiger strukturiert. Dadurch entstand ein hallenartiger freundlicher Bereich mit übersichtlicher Wegeführung. Kernstück des Umbaus war die Schaffung von neuen, modernen Einkaufsmöglichkeiten für die Kunden. Von den Umbauten in der ca. 5.000 Quadratmeter großen Zwischenebene entfallen 1.500 Quadratmeter auf 13 neue Verkaufsflächen mit einer Größe von bis zu 300 Quadratmetern. Darunter istein neues Kundenzentrum für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) mit S-Bahn Info sowie ein interessanter Branchenmix, der zum Shoppen und Verweileneinlädt. Die Kosten in Höhe von fast 13 Millionen Euro tragen die Deutsche Bahn und der Bund. Täglich nutzen rund 129.000 Reisende davon rund 117.000 S-Bahnkunden den zweitgrößten Bahnhof in Hamburg.

Vierter Bahnhof ab 2023

Bereits 2009 wurde an einen neuen Fernbahnhof gedacht. Es wurde eine Vorstudie im Auftrag der BSU erstellt und die Entwürfe für die Neubebauung des Gleisgeländes untersucht. Mittlerweile gibt es einen Masterplan für die Bebauung des Geländes. Im April 2011 kaufte ein Investor, der gewerbliche Großimmobilien baut und betreibt, 60.000 Quadratmeter des Geländes von der Holsten-Brauerei. In diesem Plangebiet für neuen Stadtteil „Mitte Altona“ will dieser dort erstmals Wohnungen bauen. Am 1. Juli 2014 gab die Deutsche Bahn bekannt, den Fern- und Regionalbahnhof bis Ende 2023 an den Standort der heutigen S-Bahn-Station Diebsteich zu verlegen. Die Stadt Hamburg hatte die Flächen des bestehenden Bahnhofs erworben und der DB bis zur Verlagerung des Fernbahnhofs zur Verfügung gestellt. Seitdem die DB AG Mitte 2014 die Verlegung des Bahnhofes von Altona nach Diebsteich beschlossen hatte, finden dort umfangreiche Boden- und Verrohrungsarbeiten statt. Danach wird mit dem umfangreichen Wohnungsbau begonnen.