In dieser Rubrik finden Sie die kontinuierlich angepassten Fragen & Antworten


Was plant die DB Netz AG mit dem Fernbahnhof Hamburg-Altona?

Die DB Netz AG plant die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona an den Standort der S-Bahnhaltestelle Diebsteich.


Was wird vom heutigen Bahnhof Altona verlegt und was bleibt bestehen?

Der Bahnhof Hamburg-Altona besteht heute aus einem Durchgangsbahnhof in Tieflage für den S-Bahnverkehr (Gleise 1 bis 4) und einem Kopfbahnhof für den übrigen Nah- und Fernverkehr (Gleise 5 bis 12). Außerdem ist eine Verladeanlage für Autoreisezüge vorhanden. Der Durchgangsbahnhof in Tieflage für den S-Bahnverkehr (Gleise 1 bis 4) wird nach der Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona an seinem bisherigen Standort (unter einer neuen Bezeichnung) unverändert erhalten bleiben.


Wohin kommt der neue Fernbahnhof Hamburg-Altona?

Die DB Netz AG plant, den neuen Bahnhof Hamburg-Altona als Durchgangsbahnhof rund 1,5 km nördlich des bestehenden Bahnhofs Hamburg-Altona (Entfernung bezogen auf die Haupteingänge für die Fahrgäste am heutigen S-Bahnhof Diebsteich zu errichten.



Wie viele Gleise wird der neue Fernbahnhof Hamburg-Altona haben?

Der neue Fernbahnhof Hamburg-Altona wird über zwei Gleise für den S-Bahnverkehr (Gleise 1 und 2) sowie sechs Gleise für den übrigen Nah- und Fernverkehr (Gleise 3 bis 8) verfügen. Insgesamt gibt es also vier Bahnsteige.


Wie wurde die Öffentlichkeit im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens beteiligt?

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg (BWVI) hat als Anhörungsbehörde in dem Planfeststellungsverfahren die Träger öffentlicher Belange, die Umwelt- und Naturschutzverbände sowie die Betroffenen angehört. Unter anderem hat sie die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (Marke: „NAH.SH“) als Aufgabenträgerin des Schienenpersonennahverkehrs in dem Lande Schleswig-Holstein beteiligt.


Wurden Einwendungen eingereicht, wenn ja wie viele?

Gegen den Plan der DB Netz AG wurden lediglich rund 200 Einwendungen eingereicht.


Wie reagiert die DB Netz AG auf öffentliche Initiativen?

Die DB Netz AG ist mit den Mitgliedern der Bürgerinitiativen wiederholt zu Besprechungen zusammengetroffen und auf Veranstaltungen wie der Podiumsdiskussion im Rathaus Altona aufgetreten. Sie steht weiterhin im Dialog mit den Bürgerinitiativen.


Wann wurde der Planfeststellungsbeschluss beantragt?

Die DB Netz AG hat mit Antrag vom 30. November 2015 in der Fassung vom 28. Februar 2017 das Planfeststellungsverfahren vor dem Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Hamburg/Schwerin, eingeleitet.


In welchem Status befindet sich das Planfeststellungsverfahren?

Das Planfeststellungsverfahren vor dem Eisenbahn-Bundesamt ist noch nicht abgeschlossen. Die DB Netz AG erwartet jedoch, dass das Eisenbahn-Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss noch vor dem 31. Dezember 2017 erlassen wird.


Aus welchem Grund wurde keine eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung eingeholt und dem Eisenbahn-Bundesamt zur Planfeststellung vorgelegt?

Die DB Netz AG hat eine eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung eingeholt. Eine Verpflichtung zur Auslegung eisenbahnbetriebswissenschaftlicher Untersuchungen ergibt sich weder aus §§ 18 ff. des Allgemeinen Eisenbahngesetzes in Verbindung mit §§ 72 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes noch aus sonstigen Vorschriften.


Welche Linien fahren den bisherigen Bahnhof Hamburg-Altona an?

Der Bahnhof Hamburg-Altona wird gegenwärtig von folgenden Zügen bedient:

 

S-Bahn

S1 / S11

S2

S3 / S31

Nahverkehr

RE6

RB71

Fernverkehr Auf dem Bahnhof Hamburg-Altona beginnende oder endende Züge
Umfahrung

Von und nach Westerland (Sylt)

Von und nach Flensburg

Von und nach Kiel

RE7

RE70

RB61


Wird der bisherige Bahnhof weiterhin von Zügen angefahren?

Der bisherige Bahnhof Hamburg-Altona wird künftig als Altona-Mitte im S-Bahnverkehr wie bisher bedient. Die Züge des Fern- und Regionalverkehrs werden nur den neuen Standort anfahren.


Wann soll der neue Bahnhof in Betrieb genommen werden?

Die DB Netz AG plant, den neuen Bahnhof Hamburg-Altona zum Fahrplanwechsel 2023/24 in Betrieb zu nehmen.


Von welchen Zügen wird der neue Bahnhof Hamburg-Altona angefahren?

Der neue Bahnhof Hamburg-Altona wird künftig von folgenden Zügen bedient:

 

S-Bahn

S21

S3

A1 (bis zur Verkürzung)

Nahverkehr

RE6

RE7

RE70

RB61

RB71

Fernverkehr

Auf dem Bahnhof Hamburg-Altona beginnende oder endende Züge

Von und nach Westerland (Sylt)

Von und nach Flensburg

Von und nach Kiel


Welche Verbesserungen ergeben sich für die Fahrgäste aufgrund des neuen Bahnhofs Hamburg-Altona?

Insgesamt ergibt sich für die Fahrgäste daraus eine deutliche Verbesserung der Umsteigemöglichkeiten auf dem Bahnhof Hamburg-Altona. Darüber hinaus ergibt sich für die Einwohner des Bezirks Altona und der nordwestlich gelegenen Stadtteile des Bezirks Eimsbüttel der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Einwohner der nordwestlich an die Freie und Hansestadt Hamburg angrenzenden Gemeinden des Landes Schleswig-Holstein eine deutliche Verbesserung der Anbindung an den Fernverkehr.


Wie lange dauert der Umstieg zwischen dem Bahnhof Hamburg-Altona und der Haltestelle Diebsteich?

Die fahrplanmäßige Reisezeit im S-Bahnverkehr mit den Zügen der Linie S 3 zwischen dem Bahnhof Hamburg-Altona und der Haltestelle Diebsteich beträgt gegenwärtig drei Minuten. Die Linie S 3 wird aktuell, abgesehen von den späten Abend- und den frühen Morgenstunden, im Zehn-Minuten-Takt bedient.


Wie verhält sich die Umsteigesituation von der S-Bahn in den Nah- und Fernverkehr für Einwohner der westlich gelegenen Stadtteile?

Einwohner der westlich gelegenen Stadtteile des Bezirks Altona der Freien und Hansestadt Hamburg, die den Bahnhof Hamburg-Altona bisher im S-Bahnverkehr mit den Zügen der Linien S 1 und S 11 erreichen und dort in Züge des übrigen Nah- und des Fernverkehrs umsteigen, können künftig

I. entweder auf dem bisherigen Bahnhof Hamburg-Altona (unter einer neuen Bezeichnung) in die Linie S 3 zu dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona und dort in Züge des übrigen Nah- und des Fernverkehrs

II. oder ihre Fahrt mit der Linie S 1 bis Hamburg Hauptbahnhof oder in den Hauptverkehrszeiten mit der Linie S 11 bis Hamburg-Dammtor fortsetzen und dort in Züge des übrigen Nah- und des Fernverkehrs umsteigen. Dasselbe gilt in umgekehrter Richtung.


Für die Fahrgäste welcher Linien können künftig zusätzliche Umstiege nicht vermieden werden?

Ein zusätzlicher Umstieg lässt sich künftig ausschließlich für Fahrgäste, die im Nahverkehr die Züge der Linien RE 6 und RB 71 sowie im Fernverkehr auf dem Bahnhof Hamburg-Altona beginnende oder endende Züge benutzen und die ein Ziel im unmittelbaren Umfeld des bisherigen Bahnhofs Hamburg-Altona erreichen möchten, auf keinen Fall vermeiden.


Wie gestaltet sich die Umsteigesituation für Fahrgäste, die aus Westerland (Sylt)/Itzehoe kommend die Linien S1/S11 Richtung Westen nutzen möchten?

Für Fahrgäste, die im Nahverkehr die Züge der Linien RE 6 und RB 71 benutzen und die im S-Bahnverkehr mit den Zügen der Linien S 1/S 11 ein Ziel in den westlich gelegenen Stadtteilen des Bezirks Altona der Freien und Hansestadt Hamburg erreichen möchten, wird ein Umstieg auf dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona in den S-Bahnverkehr künftig regelmäßig zeitlich günstiger als ein Umstieg in Hamburg Hauptbahnhof beziehungsweise in der Hauptverkehrszeit auf dem Bahnhof Hamburg-Dammtor sein. Dasselbe gilt in umgekehrter Richtung.


Wie werden die Laufwege der umsteigenden Fahrgäste auf dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona verbessert?

Der bestehende Kopfbahnhof ist ausschließlich über das Empfangsgebäude am Kopf des Bahnhofs Hamburg-Altona für die Fahrgäste erschlossen. Sie müssen deshalb entsprechend weite Wege zu den Wagen in den Zügen zurücklegen. Der neue Bahnhof Hamburg-Altona wird künftig über eine Personenunterführung etwa in der Mitte der Bahnsteige für die Fahrgäste der Eisenbahnverkehrsunternehmen verfügen. Sie werden deshalb durchschnittlich erheblich kürzere Wege zu den Wagen in den Zügen zurücklegen müssen.


Wie viele Fahrgäste werden voraussichtlich den bisherigen Bahnhof Hamburg-Altona (unter neuer Bezeichnung) benutzen?

Die DB Netz AG erwartet auf dem bisherigen Bahnhof Altona-Mitte künftig kaum Veränderungen bei der Zahl der Fahrgäste im S-Bahnverkehr.


Auf welcher Grundlage kann eine problemlose Verkehrsabwicklung am neuen Bahnhof Hamburg-Altona garantiert werden?

Die Planungen der DB Netz AG beruhen unter anderem auf einer eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung. Die eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung hat belegt, dass der zu erwartende Nah- und Fernverkehr bereits auf fünf Gleisen ordnungsgemäß abgewickelt werden könnte.


Wie wird mit dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona die Pünktlichkeit erhöht?

Die Pünktlichkeit wird sich durch den Wegfall von Trassenkonflikten erhöhen.


Durch u.a. welchen Wegfall von Trassenkonflikten wird die Pünktlichkeit mit dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona erhöht?

Die Trassierung im Bereich des Abzweigs Rainweg lässt gegenwärtig nur eine geringe Geschwindigkeit der Züge zu. Durch Verbesserungen der Trassierung kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit heraufgesetzt werden. Daraus wird sich künftig eine Verkürzung der Fahrtzeit zwischen Hamburg Hauptbahnhof und dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona von rund einer Minute ergeben.


Wie werden Verspätungen mit dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona vermieden?

Am Abzweig Rainweg trennen sich bisher die Strecken von und nach Hamburg-Altona sowie von und nach Hamburg-Langenfelde und Elmshorn. Die Züge müssen deshalb dort ein- und ausfädeln. Die Belegung der Strecken führt, insbesondere bei Verzögerungen im Betriebsablauf, dazu, dass Züge halten und andere Züge abwarten müssen. Dadurch werden häufig (zusätzliche) Verspätungen verursacht. Der Abzweig Rainweg fällt künftig weg. Dadurch entfällt zugleich eine Ursache von Verspätungen.


Wie wirkt sich der gegenwärtige Kopfbahnhof Hamburg-Altona auf die Pünktlichkeit und Auslastbarkeit aus?

Für die Bereitstellungsfahrten zwischen dem Betriebsbahnhof Hamburg-Langenfelde und dem Bahnhof Hamburg-Altona müssen Gleise belegt werden. Außerdem ergibt sich aus der Ausführung des Bahnhofs Hamburg-Altona als Kopfbahnhof im Betriebsablauf häufig die Notwendigkeit, auf dem Fahrweg eines Zuges andere Gleise zu kreuzen. Züge, die die zu kreuzenden Gleise belegen, müssen abwarten. Daraus ergeben sich einerseits Verringerungen der Auslastbarkeit, andererseits Ursachen von Verzögerungen im Betriebsablauf und Verspätungen. Durch die Ausführung des neuen Bahnhofs Hamburg-Altona als Durchgangsbahnhof entfallen diese Hindernisse weitestgehend. Dadurch werden eine Erhöhung sowohl der Auslastbarkeit als auch der Pünktlichkeit im Betriebsablauf erreicht.


Wo liegen die Vorteile des neuen Durchgangsbahnhofes im Vergleich mit dem bestehenden Kopfbahnhof?

Während bisher jeder Zug im Nah- und im Fernverkehr auf dem Bahnhof Hamburg-Altona die Fahrtrichtung wechseln muss, werden künftig sämtliche Züge mit der Ausnahme der von Norden kommenden Züge im Nahverkehr, die fahrplanmäßig im Bahnhof Hamburg-Altona enden und anschließend wieder nach Norden ausfahren, in derselben Fahrtrichtung in den Bahnhof Hamburg-Altona ein- und anschließend ausfahren.


Wie ermöglicht die Planung der DB Netz AG den Bedarf an Bahnsteigen bei dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona zu verringern und gleichzeitig keine neuen Verspätungen zu erzeugen?

Die Zahl der Bahnsteiggleise für den Nah- und den Fernverkehr werden im Vergleich zu dem bisherigen Bahnhof Hamburg-Altona um zwei von acht auf sechs verringert. Da es sich bei dem neuen Bahnhof Hamburg-Altona nicht mehr wie bisher um einen Kopf-, sondern einen Durchgangsbahnhof handelt, werden sich die Haltezeiten der Züge an den Bahnsteigen verkürzen.



Wird die Verladeanlage für Autoreisezüge auch umziehen?

Der neue Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona wird über keine Verladeanlage für Autoreisezüge verfügen. Eine Autoreisezuganlage wird an einem in der Nähe, nördlich gelegenen Standort, errichtet.


Wie ist der aktuelle Planungsstand für die Verladeanlage für Autoreisezüge?

Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie für den zukünftigen Standort erstellt, welche bis zum Ende des 2. Quartals 2018 abgeschlossen sein wird.


Welche Eisenbahnverkehrsunternehmen bieten aktuell welche Autoreisezugverbindungen ab Hamburg an?

Gegenwärtig bieten die ÖBB-Personenverkehr AG Autoreisezüge von Hamburg-Altona nach Wien und Innsbruck, die BTE BahnTouristikExpress GmbH von Hamburg-Altona nach Lörrach sowie die Train4You GmbH von Hamburg-Altona nach Villach, Lörrach und Verona an.


Was passiert mit der freiwerdenden Fläche des bisherigen Bahnhofs Hamburg-Altona?

Der DB Netz AG ist bekannt, dass die Freie und Hansestadt Hamburg den Bebauungsplan Altona-Nord 26 festgestellt und auf dem Gelände des bisherigen Bahnhofs Hamburg-Altona überwiegend Wohnungsbau geplant hat.


Welche Flächen zählen zum Projektgebiet?

Neben den Gleisanlagen zwischen dem gegenwärtigen Fernbahnhof Hamburg-Altona und der S-Bahn-Station Diebsteich zählen außerdem sowohl das ehemalige Straßenbahndepot an der Max-Brauer-Allee, ein Teil des Geländes der Holsten-Brauerei als auch der ehemalige Postbahnhof zum Projektgebiet.  Somit ergibt sich für das gesamte Areal eine Fläche von ca. 75 Hektar.


Wie sieht die Bebauungsstruktur für die freiwerdende Fläche aus?

Im Masterplan Altona Mitte (http://www.hamburg.de/masterplan/) wird eine geschlossene Blockstruktur angestrebt. So soll eine bestimmte Anzahl an Wohngebäuden um einen gemeinsamen öffentlichen Platz angeordnet werden. Die Struktur orientiert sich demnach an den benachbarten Quartieren.


Wie viele Wohnungen sind für die frei werdende Fläche geplant?

Für das Gebiet sind ca. 3500 Wohnungen geplant.


Sind die freiwerdenden Flächen auch für die Bebauung gewerblicher Bereiche vorgesehen?

Ja, im Bereich der ehemaligen Güterhallen. Verteilt über das gesamte Gebiet sollen außerdem die gewerblichen Schwerpunkte um Läden und Gastronomiebetriebe ergänzt werden.


Welche Flächen zur öffentlichen Nutzung sind geplant?

Neben den fünf Quartiersplätzen der Wohngebäude soll ein acht Hektar großer barrierefreier Stadtteilpark entstehen. Mit Sport-, Spiel- und Erholungsangeboten soll der Raum als Mittepunkt des alltäglichen Lebens zum Verweilen einladen.


Was passiert mit den denkmalgeschützten Bauwerken im Projektgebiet?

Die denkmalgeschützten Bauwerke wie der Wasserturm, die Güterhallen und die Kleiderkasse werden erhalten. Sowohl die Geschichte als auch die Identität des Stadtteils Altona soll somit in der neuen Stadtstruktur weitergetragen werden.