Ein neuer Bahnhof für ein neues Altona

Der Bahnhof Hamburg Altona ist ein fester Bestandteil des Stadtbildes und Reisenden aus ganz Europa ein Begriff. Mittlerweile über 100 Jahre alt, ist er aber den Anforderungen, die bis zu 130.000 Reisende pro Tag stellen, nicht mehr gewachsen. Deshalb wird der Fernbahnhof in den Norden Altonas verlegt, während der S-Bahnhof am bisherigen Standort bestehen bleibt. Dies bringt die dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten – und schafft neuen Wohnraum für Hamburg. Gleisanlagen, Gebäude und weitere Bauwerke des bisherigen Bahnhofs Altona müssten in den kommenden Jahren aufwändig und kostspielig saniert bzw. neu gebaut werden. Außerdem liegt der Nutzungsgrad der Anlagen derzeit bei lediglich 60 Prozent und die Konstruktion als Kopfbahnhof erfordert einen – verglichen mit Durchgangsbahnhöfen – sehr hohen Zeit- und Personalaufwand. Zudem muss der Hamburger Hauptbahnhof entlastet werden – eine Aufgabe, zu der Altona mit einem leistungsfähigen Fernbahnhof beitragen kann.

Bessere Anbindung - neue Wohnungen

Nach sorgfältiger Abwägung ist die Deutsche Bahn 2014 zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Neubau des Altonaer Fernbahnhofs an anderer Stelle die wirtschaftlich und betrieblich günstigere Lösung im Vergleich zur Sanierung der alten Anlagen darstellt. Deswegen zieht der Bahnhof in den kommenden Jahren innerhalb von Altona in den Bereich des heutigen S-Bahnhofs Diebsteich um. Dort entsteht ein neuer Fernverkehrsbahnhof samt Empfangsgebäude. Der neue Bahnhof wird komplett barrierefrei sein, alle Bahnsteige sind künftig stufenlos zu erreichen. Durch den Wegfall von Trassenkonflikten sind die Züge hier künftig deutlich weniger anfällig für Verspätungen. In Diebsteich sind die Fahrgäste zudem besser als bisher an den Nahverkehr angebunden.

Für die Anwohner ist besonders von Bedeutung, dass viele Leerfahrten, die am Kopfbahnhof nötig waren, künftig entfallen, das bedeutet weniger Emissionen. Die Menschen in Altona müssen durch den Umzug außerdem keine Umstellung im Nahverkehr fürchten, denn der S-Bahn-Halt Hamburg-Altona bleibt an alter Stelle bestehen. Dort, wo sich bisher der Fernbahnhof befindet, werden allerdings rund 138.000 Quadratmeter Fläche frei. Die Stadt Hamburg hat dieses Areal von der Bahn erworben, als Teil der „Neuen Mitte Altona“ können hier nun 1.900 weitere Wohnungen entstehen. Insgesamt umfasst das Wohnungsbauprojekt 3.600 Wohnungen, acht Hektar sind für Grün- und Freiflächen vorgesehen.

Lärm- und Umweltschutz

Grundsätzlich wird sich die Belastung der Anwohner im Bereich des alten Fernbahnhofs durch den Umzug verbessern, da nur noch der S-Bahn-Verkehr betrieben wird. Basis für die Lärmvorsorge am neuen Standort sind die gesetzlichen Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Darin sind Regeln zur Lärmvermeidung bei Neubauten und wesentlichen Veränderungen von Verkehrswegen sowie verbindliche Grenzwerte festgeschrieben. Für ein Planfeststellungsverfahren, wie es ab Mitte des Jahres auch für die Maßnahmen in Hamburg-Altona durchgeführt werden soll, müssen schalltechnische Untersuchungen von einem unabhängigen Gutachter durchgeführt werden. Aus der Höhe der Lärmbelastung und den örtlichen Gegebenheiten werden konkrete Schallschutzmaßnahmen abgeleitet. Den rechtlichen Rahmen für die Umweltschutz-Maßnahmen im Projekt geben

die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes und des Umwelt- Leitfadens des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) sowie weitere Gesetze und Richtlinien vor. Um sicher zu stellen, dass alle Umweltbelange berücksichtigt werden, wird zu Beginn eines Bauvorhabens eine inhaltlich gesetzlich geregelte und von unabhängigen Gutachtern erstellte Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erstellt. Aufgabe der UVS ist es, die Auswirkungen eines geplanten Vorhabens auf Menschen, Tiere, Umwelt und Natur umfassend zu ermitteln, zu analysieren und zu bewerten. Auf Basis der Prüfungsergebnisse erarbeitet die Deutsche Bahn einen Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP), der letztendlich die Kompensationsplanung mit  konkreten Maßnahmen zum Ausgleich von Eingriffen beinhaltet.